![]() |
Deutsche Schachjugend |
![]() |
Berichte und Fotos zur Jugendeuropameisterschaft 2004
- 27.07.2004: Vorschau, Bernd Vökler
- 27.07.2004: Europameisterschaft in der Türkei, Jörg Schulz
- 31.07.2004: Bericht von der JEM in Ürgüp / Türkei, Bernd Vökler
- 01.08.2004: Bericht zu den Runden 2 und 3, Bernd Vökler
- 02.08.2004: Bericht zur vierten Runde, Bernd Vökler
- 03.08.2004: Bericht zur fünften Runde, Bernd Vökler
- 05.08.2004: Bericht zur sechsten Runde, Bernd Vökler
- 06.08.2004: Bericht zur siebten Runde, Bernd Vökler
- 06.08.2004: Einige Fotos zur Europameisterschaft, Oswald Bindrich
- 13.08.2004: Abschlussbericht EM, Bernd Vökler
Abschlussbericht EM
von Bernd VöklerDie Deutsche Fußballnationalmannschaft braucht einen Motivationstrainer, wir brauchen einen "Demotivationstrainer". Arik lehnt in Führung liegend in Runde 8 ein Remis ab, obwohl ihm dieses weiterhin Führung, Medaille fast sicher und Weiß in Runde 9 einbringen würde. Natürlich mache ich ihm keinen Vorwurf wegen Kampfeswille, aber sein Gegner, der einzige GM im Feld, nutzte dieses taktische Angebot bereits in Runde 7 und wurde zweimal belohnt. Objektiv war Ariks Stellung keinesfalls besser! Leider kann auch Falko nur remisieren. Damit liegen die Medaillen für die beiden Deutschen in Gewinnreichweite der letzten Runde.
Holzmedaillen für Deutschland!
Arik ist offensichtlich noch unter Schock. Mit Weiß spielend läßt er sich in seinem geliebten Sämisch-System von dem unbekannten Georgier Jojua regelrecht vorführen. Nach gut zwei Stunden war der Traum von der Medaille ausgeträumt.
Kaum besser ergeht es Falko gegen einen weiteren Georgier. Obwohl Falko bis fast zuletzt großartigen Widerstand leistet und sicherlich oft genug in Remisbahnen einschwenken konnte. Ich glaube, hier machte sich gegen Ende die körperliche Konstitution bemerkbar, da Falko nicht gerade zu den Schwergewichten zählt, hatte er im Endkampf vielleicht nicht genug "Körner".
Die übrigen Deutschen legen eine gute schlussrunde hin. Offensichtlich haben meine mahnenden Worte zwecks Vormittagsrunde, Rhythmuswechsel und Verpflegung geholfen. Letztlich bringt das für die Medaillen natürlich nichts mehr ein, wenn ausgerechnet die beiden Kandidaten verlieren. Ein Blick auf die Bucholzwertung von Arik und Falko reicht, um die Güte ihres Turnieres zu bestimmen. Auf 6 Punkte kommen noch Julian Geske und Niklas Huschenbeth und damit unter die Top 20 in der U12.
Nach einer fast 20-stündigen Rückreise waren zumindest alle in Frankfurt wohlbehalten angekommen; hoffentlich auch in ihren Heimatorten! Meinen Dank möchte ich an die Trainer richten, die gute Arbeit geleistet haben. Bedanken möchte ich mich auch bei den Eltern für ihre Unterstützung, insbesondere bei der Krankenpflege.
Wir abeiten weiter!
Bericht zur siebten Runde
von Bernd VöklerRunde 7: In der U16 passieren am ersten Brett unglaubliche Dinge. Der azerbaidschanische Großmeister Rauf Mahmedov stellt nach 8 Zügen einen Bauern ein und bietet daraufhin remis. Sein polnischer Kontrahent lehnt natürlich ab und verliert das Endspiel sogar noch!! Dieses Ergebnis ist für Arik nicht so gut. Er gewinnt zwar relativ leicht, muss jetzt allerdings mit Schwarz gegen die Setzlistennummer eins ran.
Falko ist wieder in der Spur! Er verbessert seine Partie gegen Herbert Bastian aus Höckendorf 2004 DEM der Männer und gewinnt souverän.
Mittlerweile hat sich die Zuschauersituation so eingespielt, dass alle Coaches usw. nach 3 Stunden Spielzeit die Hallen verlassen müssen, damit in der Endphase keine Beeinflussungen mehr möglich sind. Wenn man also, wie bei Falko, die ganze Partie sehen kann (innerhalb der ersten drei Stunden), hat Einer (in diesem Fall natürlich Falko) wenig Zeit verbraucht.
Die Stimmung innerhalb der Delegation ist gelöst. Die Vorbereitungsarbeit klappt ganz gut und die Analyse unterm Sonnenschirm vor der Spielhalle der Großen wird von vielen Kiebitzen verfolgt. Die Zahl der Kranken ist stabil mit leicht fallender Tendenz.
Heute zahlt sich der Trainerwechsel ganz besonders für Maria Schöne aus. Da David Lozhanidze mit den Medaillenkandidaten Falko und Evgenija mehr als genug zu tun hat, übernehme ich die Sächsin. Ein Zittersieg , aber immerhin, ist die Folge.
Leider verliert Evgenija unnötigerweise ihre Partie und damit jede Chance auf Edelmetall.
Am Mannschaftsergebnis lässt sich trotzdem eine positive Stimmung ablesen. Nur noch drei Spieler liegen unterhalb von 50% und mit 10,5 Punkten erreichen wir einen guten Wert.
Bericht zur sechsten Runde
von Bernd VöklerDen freien Tag nutzten die deutschen Teilnehmer und Mitreisenden auf unterschiedliche Weise. Einige versuchten einen Mix aus Entspannung und leichtem Training, um den Rhythmus nicht zu verlieren. Andere aalten sich am Schwimming-Pool in der öffentlichen Badeanstalt. Die ganz „Harten“ nahmen an der Exkursion teil. Neben einer unterirdischen Stadt, jeder Menge Steinen und einer uralten Felsenkirche gab es auf den Basaren echt türkischen Nippes zu erstehen; feilschen inclusive.
Runde 6: Vor der Runde wieder die übliche Krankenstandsmeldung. Da diesmal Marco Baldauf betroffen war, der ohne elterliche Fürsorge auskommen musste, holten wir einen Arzt. Die nette Frau erklärte uns auch noch nebenbei Diagnose und richtiges Verhalten. Es handelt sich um das sogenannte „Touristensyndrom“, betrifft also viele Mitteleuropäer bei längerem Aufenthalt. Ursache sei (ohne Quatsch!) das Essen oder die Luft oder das Wasser oder die Hitze oder etwas anderes!! Na herzlichen Glückwunsch! Tabletten, Elektrolyte und viel Mineralwasser helfen mittelfristig.
Konkret war es für Marco aber leider kurzfristig zu spät. Er verlor chancenlos und ebnete seinem Gegner Can den Weg an die Spitze. Insgesamt war es jedoch eine gute Runde . Arik gewann eine heikle Partie und spielt ganz vorn mit. Auch Falko, Jevgenija und sogar Niklas stoßen in die Top Ten vor. Langsam wird es ernst, und neben den schachlichen Qualitäten treten immer mehr Nervenstärke, Kondition und Glück in den Vordergrund. Da wir nur zwei Faktoren beeinflussen können, hoffen wir auf das Glück für die Tüchtigen!
Topnews! Arik und Falko siegen Runde 7 weiter in Richtung Medaille...
Bericht zur fünften Runde
von Bernd VöklerRunde 5: Wieder haben wir ein Internetbrett. Arik Braun spielt gegen den Führenden Pavel Ponkratow aus Russland. Der schmächtige Barreev–Typ vom Ural spielt Wolga-Gambit! Die natürliche geographische Erwiderung auf 1. d4 für einen Russen. Arik ist durch Michael Bezold gut eingestellt und erlangt mit dem Kramnik-Plan g3, gefolgt von Tb1, b3 und Sh4 eine aussichtsreiche Stellung. Nach dem Gewinn des Bd6 macht sich Verzweiflung beim Schwarzen breit und er opfert eine Figur auf Chance. In der knappen Zeit und etwas aus der Bahn geworfen schafft Arik leider nur ein Remis! Damit ist die Möglichkeit der alleinigen Führung vorerst vom Tisch.
Noch schlechter ergeht es Falko Bindrich. Der Gegner Emre Can vom Gastgeberland findet die Schwachstelle in Falkos Repertoire, nämlich c3 Sizi. Psychologisch unter Druck kommt Falko niemals wirklich in die Partie und verliert.
Ebenso chancenlos unterliegt Jevgenija Shmirina. Damit haben sich unsere Medaillenhoffnungen im Wesentlichen auf eine Person reduziert. Noch nicht dazu zähle ich Marco Baldauf. Obwohl er heute ganz ohne hypnotische Unterstützung gewinnt und auf den geteilten vierten Platz vorstößt. In Runde sechs traue ich ihm sogar die Revanche für Falko gegen Can zu.
Der Rest der deutschen Delegation spielt durchwachsen. Die ganz Hinteren gewinnen und nähern das Ergebnis wieder den „magischen“ 50% an. Positiv fällt der gute Zwischenspurt des Badeners Andreas Heimann ins Auge. Mal sehen, wie es nach dem Ruhetag weitergeht.
Nach den Mühen des Schachtages wollen wir (ich natürlich nicht --> siehe Belgrad Bericht) uns beim Fußball entspannen. Der angesprochene Fußballplatz verfügt sogar über Flutlicht und wir strömen guter Dinge gegen 20.00 Uhr abends ein. Der Platzwart kommt erst mit einer guten Nachricht: In einer halben Stunde dürften wir spielen, da dann das Rasensprengen abgeschlossen sein wird. Danach kommt allerdings der Haken! Pro Spieler möchte er gern 10.- € Platzgebühr kassieren. Mit dem Bescheid, nicht den ganzen Platz kaufen zu wollen, trollen wir uns heim.
Bericht zur vierten Runde
von Bernd VöklerEndlich gelingt uns die Zusammenführung der Delegation. Nach einiger Überzeugungsarbeit erhalten wir die Erlaubnis, unsere 6 „Außenschläfer“ ins Delegationshotel überführen zu dürfen. Danke nochmals an die Familien Endress, Bluebaum und die Trainer Kersten und Grafl für ihr Entgegenkommen und ihre Geduld.
Runde 4: Falko (Foto) darf ans Internetbrett! Er spielt gegen den Holländer Spoelman, den er in der Pulvermühle bereits besiegen konnte. Nach einem zweischneidigen Najdorf-Sizi geriet er zum ersten mal in Zeitnachteil. In der Blitzphase konnte die Partie mehrfach kippen (36.... Tg4! gewinnt für Schwarz, 38. e6! für Weiß); letztlich ein ausgekämpftes Remis.
Arik wandelt auf den Spuren von Rustem Dautov. Einer Analyse des Nationalspielers folgend erlangt er schönes Spiel und verwandelt zum Punkt. Damit ist er ganz dicht an der Spitze.
Evgenija spielt nach Empfehlung von Zigurds Lanka a3 gegen Paulsen. Dadurch sichtlich geschockt gelingt ihrer Kontrahentin kein vernünftiger Aufbau und nach gut 2 Stunden ist bereits alles vorbei. Jetzt liegt auch die Dresdnerin unter den Top Ten im Soll.
Positiv überraschen Marco Baldauf
(1. b3 !) und Niklas Huschenbeth, die beide starke Gegner besiegen können und mit 3 Punkten in Lauerstellung liegen.Maria Schöne (Foto links) siegt zum ersten Mal und noch dazu in sehr präziser und filigraner Manier! Dahinter überwiegt Schatten das Licht. In den unteren Altersstufen v.a. bei den Mädchen bleibt zu oft nichts Zählbares übrig.
Während der Runde kommt es noch zu einer kleinen Meinungsverschiedenheit mit der Tschechischen Delegation. Michael Konopka warf dem Trainer von Falko (David Lobzhanidze ) Einflussnahme auf den Gegner der dritten Runde vor. Der junge Tscheche beklagte sich nach der Partie über den stechenden hypnotischen Blick Davids auf das Brett! Eine Lösung des Problems hätte der Junge gemeinsam mit dem Schiedsrichter aber nicht im nachhinein suchen sollen.
In Runde 5 spielt dieser Tscheche gegen Marco Baldauf. Ich werde David bitten, das Brett weiträumig zu umgehen!
Bericht zu den Runden 2 und 3
von Bernd VöklerRunde 2: Neben den üblichen schachlichen Problemen in der Vorbereitung hatten wir mit einem weitaus gefährlicheren Feind zu kämpfen. Julian Geske und Johanna Bluebaum machten den Anfang. Ein Magen-Darmvirus setzte sie jeweils einen Tag außer Gefecht. Diese niedlichen kleinen Tierchen breiteten sich dann ganz unauffällig über die halbe Deutsche Delegation in das gesamte Teilnehmerfeld aus, oder kamen von da. Dazu bin ich nicht Virologe genug, dies zu checken. Auf jeden Fall waren der Reihe nach Steffi Schulz, Andreas Heimann, Arik Braun, Marco Baldauf usw. betroffen. Leider machte der Erreger auch vor Erwachsenen nicht halt. Diesen Bericht schreibe ich mit leerem Magen!
Zum Schachlichen: Falko Bindrich (Trainer Lobzhanidze) hat eine kurze Schrecksekunde eingebaut. Danach läuft alles wie von selbst. Maximilian (Trainer Vökler) hätte zum Held des Tages werden können. Am ersten Brett live im Internet stand er einen einzigen Zug vor dem sicheren Remis (37. Lxd4 statt Le1) gegen den superstarken Georgier Pantsulaia. Dieser erspielte bei Europacup 2003 das beste Brettergebnis mit einer Performance von 2900. Arik Braun (Trainer Bezold) lässt diesmal nichts anbrennen und begibt sich auf die Verfolgung. Jevgenija Shmirina (Trainer Lobzhanidze) zeigt Schwäche und remisiert. Neben Falko sind nur noch Marco Baldauf (Trainer Bezold) und Niklas Huschenbeth (Trainer Kersten) 100%-er. Ganz leer geht heute Vyachselav Savchenko aus, dessen drei Schützlinge aus NRW Jürgen Mazarov, Aleksij Savchenko und Eda Orhan komplett nullen. Das Endergebnis von 8 aus 16 liest sich ganz i.O.
Runde 3: Das Sch...thema will ich nicht weiter verfolgen. In der Nähe haben wir einen schönen Fußballplatz und ein sauberes Freibad entdeckt. Leider verlieren wir durch den Bustransfer abends zuviel Zeit, und vormittags ist an Sport bei 35 Grad nicht zu denken. Vielleicht bleibt vor dem freien Tag oder an diesem etwas Zeit dafür.
Unsere akribische Vorbereitung zeitigt erste Früchte. Falko spult seine Partie schnell und sicher ab und verwandelt zum dritten Punkt! Arik gewinnt weiter und ist auf einem guten Weg. Sein Königsinder spielte sich viel harmonischer, und folgerichtig fiel ein Bauer und die ganze Stellung. Leider bekommen dahinter alle Kandidaten auf die Mütze. Sowohl Marco als auch Niklas sehen dabei nicht gut aus. Unauffällig ins Rampenlicht schiebt sich dagegen Barbara Goergen (Trainer Grafl). Auch die dritte ELO-Gegnerin kommt nicht zum vollen Punkt! Mit 2 aus 3 steht sie ganz ordentlich. Jevgenija beklagt sich, dass es schwer sei zu gewinnen! Als Gewinnversuch gilt jedoch der Stonewall-Aufbau seit Jahren nicht! Da braucht man sich nicht zu wundern.
Mittlerweile ist niemand ohne Zähler. Aleksij Savchenko stoppt den Negativtrend mit einem Remis. Allerdings stehen heute nur magere 7,5 Punkte zu Buche. Hoffentlich ist diese Tendenz umkehrbar!
Bericht von der JEM in Ürgüp / Türkei, 31.07.04
von Bernd VöklerNach der interessanten Erfahrung von Belgrad mit der Mannschafts-EM kam jetzt der nächste exotische Austragungsort einer kontinentalen Meisterschaft, nämlich Ürgüp in der Türkei an die Reihe.
Die Türkei ist als Ausrichter diverser Meisterschaften wohlbekannt. Die ersten Erfahrungen sammelten unsere Cracks bei der Olympiade in Istanbul. Dort kann sicher besonders Dr. Robert Hübner einige Stories erzählen. Danach folgten Europameisterschaften der Herren bei denen die deutschen Teilnehmer aber auch jedes Mal die „lustigsten“ Geschichten mit nach hause brachten. Zuletzt erst Lorenz Drabke, der Merkwürdiges über die Hotelbuchung und Organisation der EM im Mai zu berichten wusste.
Jetzt traf es also die Jugend!
Das erste Problem betraf die Anreise. Nach Anatolien in die Wüste gelangt man nicht so einfach! Die Deutsche Delegation reiste über Frankfurt nach Istanbul und dann weiter nach Kayseri. Dort holte uns ein Bus ab. Nach ca. 10-14 Stunden Anreise (je nach Start in Deutschland ) waren wir in Ürgüp und wähnten uns am Ziel... Leider Pustekuchen! In einem willkürlichen Akt, begründet mit einer angeblich fehlerhaften Meldung aus Berlin, wurden wir in den Nachbarort Avason abgeschoben. Konsequenz daraus war ein täglicher Bustransfer vom und zum Spielort von je 30 Minuten und die Teilung der Deutschen Delegation in zwei Hotels.
Die inoffizielle Begründung war jedoch die Überbuchung der Haupthotels durch türkische Starter (ca. 200!!! In den 10 Feldern ) und die Inkompetenz des Orgteams. Von einem besonders herzlichen Verhältnis des deutschen zum türkischen Schachverband konnte ich in diesem Zusammenhang nichts feststellen! Notgedrungen musste ich 6 Leute in ein zweites Hotel einplanen! Schadenersatzforderungen, die jedem Reiseveranstalter ins Haus ständen, waren nicht einzuklagen. Unser Hotel war an sich nicht schlecht, relativ guter Standard. Der nichtvorhandene Pool und die allabendliche Lärmbelästigung schmälerten den Eindruck leider etwas.
Am Starttag fand eine stimmungsvolle Eröffnungsveranstaltung statt. Eine Folklore-Tanzgruppe brachte eine Vorführung und die üblichen Reden wurden geredet... Bei dieser Gelegenheit brachte dankenswerter Weise ein allseits geschätzter ECU- und FIDE-Funktionär Licht ins Dunkel der Vergabe der Meisterschaft in die Steinwüste nach Capadoccia. Zurab Azmaiparaschwili erklärte den verduzten Teilnehmern, dass Jeder jedes Jahr ans Meer fahren könnte. In die Steinwüste von Capadoccia kämen jedoch nur wenige Menschen überhaupt und diese sähen es als große Auszeichnung. Außerdem stammt die Stifterin des georgischen Christentums (Nino 350 n.Ch.) aus dieser Region, was Grund genug wäre, die Meisterschaft hier auszutragen!! Währenddessen zerflossen die Zuschauer in ihrem eigenen Schweiß. Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad im Schatten auch kein Wunder.
Die beiden Spielsäle waren nicht schlecht. Es war einigermaßen erträglich klimatisiert und die Spielbedingungen waren ... na ja für alle gleich.
Runde 1: Die Deutschen kommen sehr gut aus den Startlöchern. Mit 11,5 aus 16 erreichen wir ein sehr gutes Ergebnis. Einziger Wermutstropfen ist das Auftaktremis von Arik Braun in der U16. Am zweiten Brett spielend, versuchte Arik alles, die Partie zu reißen. Im Turmendspiel reichte eine kleine Ungenauigkeit, den möglichen Punkt in einen halben zu verwandeln. Einige Mühe hatte auch Falko Bindrich, nachdem er einen Zwischenzug übersehen hatte. Letztlich bekam er noch die Kurve.
Europameisterschaft in der Türkei
von Jörg SchulzDie Türkei ist eigentlich eines der beliebtesten Reiseziele der deutschen Touristen, vor allem im Sommer lockt die Küste. Und in letzter Zeit hat die Türkei ja auch viele gut besuchte internationale Meisterschaften durchgeführt - zumeist in der Küstenregion.
Wie groß war daher die Enttäuschung bei vielen, als man nach dem Veranstaltungsort der diesjährigen Jugendeuropameisterschaft suchte. Keine Urlaubsregion vielmehr Anatolien, mitten drin. Kein größerer Ort in der Nähe. Bis Istanbul 10 Stunden Busfahrt zum Beispiel. Ein Flughafen liegt in der Nähe, zirka eine Stunde weg, aber nur über innertürkische Linien erreichbar. Zu bekommen war nur ein Hinflug, zurück werden die Teilnehmer die lange Busfahrt nach Istanbul auf sich nehmen müssen.
Ein Sportzentrum mit einigen angegliederten Hotels ist der Austragungsort. Gespielt werden soll in einer Sporthalle. Ob sie klimatisiert sein wird? Immerhin sollen im Hochsommer in Anatolien die Temperaturen auf 50 Grad ansteigen.
Bestimmt liegt es auch an diesen Austragungsmodalitäten, dass die Teilnehmerzahlen, rechnet man die gut 200 türkischen Teilnehmer heraus, in diesem Jahr stark gesunken sind. Ob das die Chancen der Deutschen steigern wird, muss man sehen. Erstmal müssen sie sich an die dortige Hitze - und das bei unserem Sommer! - gewöhnen und sich dann schnell mit den Bedingungen vor Ort vertraut machen. Wir sind gespannt auf die Berichte von der EM, manchmnal ist ja alles viel besser als erwartet. Drücken wir unserer Truppe die Daumen, dass es auch heuer so sein wird.
Die mitfahrenden Trainer um den Nachwuchstrainer Bernd Vökler GM Michael Bezold, IM Florian Grafl, IM David Lobshanidze, FM Uwe Kersten und Vyacheslav Savchenko werden sich alle Mühe geben, mit vielen guten Platzierungen wieder zurückzukehren.
Vorschau
E-Mail von Bernd VöklerAb Mittwoch kämpfen 16 deutsche Starter bei der EM in Ürgup / Türkei in den verschiedenen Altersstufen um Plätze und Medaillen. Gute Chancen haben dabei aus meiner Sicht Arik Braun (U16), Falko Bindrich (U14) und Jevgenija Shmirina (U16w).
Infos unter www.euroyouth2004.comBernd Vökler, 27.07.2004
Zaven Andriasian - Arik Braun |
Benjamin Tonoli - Maximilian Meinhardt (links) |
|---|---|
Maria Schöne - Olga Somova |
Zaven Andriasian - Arik Braun |
Stefanie Schulz - Elena Stefan |
Miranda Mikadze - Evgenija Shmirina (links) |
Zum Anfang des Dokumentes
Zurück zu Jugend-Europameisterschaft 2004
Zurück zu Deutsche Schachjugend
Zurück zu Aktuelles aus der Schachwelt
Archiv | Antwort zu häufig gestellten Fragen (FAQs) |
Suchfunktion | Impressum
|
|---|