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Deutsche Schachjugend |
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Im Rahmen der Jugendversammlung Trier 1997 wurde die Idee entwickelt, aufgrund vieler neuer Ideen für Veränderungen der Deutschen Meisterschaften einen Ausschuß einzusetzen, der diese neuen Ideen prüfen, eigene Vorschäge entwickeln und alles zusammen zu einem Entwurf verdichten solle.
Der Vorstand der DSJ hat unmittelbar nach der Jugendversammlung den Ausschuß berufen und zum Vorsitzenden Detlef Kürten benannt. Der Ausschuß wurde gleichberechtigt mit Vertretern der Länder und Mitgliedern der Arbeitskreise Spielbetrieb und Leistungssport wie folgt besetzt:
Detlef Kürten Referent für Leistungssport Jürgen Jacob Nationaler Spielleiter Markus Semmel Jugendwart Hessen, AK Spielbetrieb Stefan Taudte Jugendwart Thüringen Jörg Schulz Geschäftsführer, AK LeistungssportDer Ausschuß hat sich zweimal getroffen und sich hauptsächlich mit dem Einzelspielbetrieb beschäftigt.
Dabei wurde er geleitet von folgenden Problemfeldern und Überlegungen :
- Seit Jahren gibt es in den Sommermonaten Terminprobleme zwischen den Nationalen Meisterschaften und den Internationalen Meisterschaften der FIDE und anderer Föderationen, die sich negativ auf beide Seiten auswirken, indem nicht alle Starken und Berechtigten an den Nationalen Meisterschaften teilnehmen können und oftmals nicht die stärkste Besetzung zu internationalen Wettkämpfen entsendet werden kann.
- Die Deutschen Meister sollen - JV-Beschluß - mindestens das Anrecht auf einen Stichkampf um die Teilnahme an einer EM oder WM bekommen, zumeist kann das Startrecht aber erst ein Jahr später wahrgenommen werden, wobei es oft zu Leistungsverschiebungen zwischen den infrage kommenden Spielern gekommen ist.
- Die Leistungsentwicklung im Jugendbereich hat sich in den letzten Jahren stark verändert, so erspielen sich die Jugendlichen altersmäßig immer jünger Elozahlen und steigen in den Zuständigkeitsbereich des DSB (C-Kader) auf, zugleich wird der Wunsch immer lauter, DSJ-Angebote für jüngere Jahrgänge zu machen.
- Durch verschiedene Veränderungen bei der Organisation der einzelnen Altersmeisterschaften ist es zu einer sehr unterschiedlichen finanziellen Belastung der Jugendlichen und zu unterschiedlichen Finanzierungsmodellen gekommen.
Vorschläge zur Veränderung der Einzelmeisterschaften
1) Termin
Die DEMs werden vorverlegt auf die Pfingstwoche.
Vorteil :
- direkte Qualifikationsmöglichkeit des aktuellen Deutschen Meisters zur jeweiligen Europa- oder Weltmeisterschaft,
- so gut wie keine Terminüberschneidung mit EM/WM, was zukünftig verhindert, daß weiterhin die besten Spieler des betroffenen Jahrganges bei den DEMs nicht mitspielen können und sich gleichfalls nicht im direkten Vergleich für neue Freiplätze und / oder WM / EM-Teilnahmen qualifizieren können.
Nachteil :
- für die DEMs werden vier schulpflichtige Tage für die Länder, die keine Pfingstferien haben, benötigt,
- die Länder müssen teilweise ihre Systeme der Ländermeisterschaften umstrukturieren.
(Nach Ansicht des Ausschusses ist es wünschenswert, die DEMs in den Osterferien zu spielen, da man dann größtenteils Ferientermine für die Meisterschaften nutzen kann, wohingegen der Pfingsttermin für viele bedeuten wird, sie müssen sich eine Schulbefreiung besorgen, und zudem wäre mit dem Ostertermin eine größere Zeitspanne zu den Internationalen Meisterschaften gegeben.
Der Ausschuß sieht aber in dem Ostertermin für die Länder größere organisatorische Probleme auf sie zukommen.)2) Altersklasseneinteilung
Die zukünftige Altersklasseneinteilung sollte die JahrgängeU10, U12, U14, U16, U18
umfassen.Dafür spricht, daß :
- dies der aktuellen Einteilung der EM / WM entspricht,
- dem Trend der Leistungsentwicklung hin zu jüngeren Jugendlichen entsprochen wird, wobei auch der DSB die Linie verfolgt, die Altersgrenzen für den C-Kader nach unten zu korriegieren, und sich dadurch Jugendliche über U16- und U18-Meisterschaften in den C-Kader spielen müssen,
- für die besten Spieler der Altersklasse U20 das Angebot Deutsche Meisterschaft leistungssportlich nicht mehr zeitgemäß ist, diese vielmehr in erster Linie im C-Kader über internationale Turniere vom DSB gefördert werden und schon jetzt die Beschickung der EM und WM U20 auf Vorschlag des Bundestrainers erfolgt,
- die Anzahl der Meisterschaften nicht weiter steigt und die DSJ sich trotzdem stärker um den Bereich der stark wachsenden jüngeren Jahrgänge kümmert.
Das bedeutet aber auch,
- die U20-Jugendlichen müssen verstärkt im Erwachsenenbereich aufgefangen werden durch die Teilnahme an den Mannschaftskämpfen etc.
3) Organisation der Einzelmeisterschaften
a) DEM U10 :
Die DEM U10 wird gespielt wie bisher die DEM U11.
(Zu überlegen ist, ob der Verteilungsschlüssel wie bisher nach Mitgliederzahlen der Landesverbände oder nach Stärkeverhältnissen der Länder aufgrund zurückliegender Meisterschaftsergebnisse errechnet werden soll. Der Ausschuß hat sich in dieser Frage nicht endgültig festgelegt.)
b) DEM U12 :
Die DEM U12 wird gespielt wie bisher die DEM U13.
(Zu überlegen ist auch hier,ob der Verteilungsschlüssel wie bisher nach Mitgliederzahlen der Landesverbände oder nach Stärkeverhältnissen der Länder aufgrund zurückliegender Meisterschaftsergebnisse errechnet werden soll. Der Ausschuß hat sich in dieser Frage nicht endgültig festgelegt.)
c) DEM U14, DEM U14 w :
Die DEM wird mit 28 Jungen beziehungsweise 28 Mädchen gespielt. Teilnehmen sollen die Landesmeister, sämtliche Mitglieder des D/C-Kaders und des Förderkaders, sowie gegebenenfalls weitere von der DSJ (AK Leistungssport) vergebene Freiplätze.Alternativ :
Diskutiert wurde im Ausschuß, in der Altersgruppe U14 die Mädchen und Jungen eine gemeinsame Meisterschaft spielen zu lassen. Eine abschließende Meinungsbildung hat nicht stattgefunden.
Vor allem setzt sich aber der Referent für Mädchenschach der DSJ zugunsten einer besseren Förderung der spielstarken Mädchen für ein Zusammenspielen in dieser Altersklasse ein. In den vergangenen Jahren konnte man feststellen, daß in den Meisterschaften, in denen bisher die Mädchen und Jungen zusammenspielen, die starken Mädchen im Vorderfeld mitspielen und leistungsmäßig stärker gefördert werden, dies aber gleichzeitig nicht zu einer negativen Belastung der Jungen führte.
d) DEM U16, DEM U16 w :
Die DEM U16 wird gespielt wie bisher die DEM U17.
Die DEM U16 w wird gespielt wie bisher die DEM U15 w.e) DEM U18, DEM U18 w :
Die DEM U18 w übernimmt den bisherigen Modus der DEM U15 w, wird also gespielt wie die DEM U16 w, das offene Mädchenopen U17 entfällt.
Die DEM U18 wird gespielt wie bisher die DEM U20, also mit Vorrunden und einer Endrunde.
Während sich das Vor- und Endrundensystem bei den Jungen bewährt hat, läßt sich allein an den Altersstrukturlisten der Mädchen ablesen, daß die Leistungsdichte in den einzelnen Ländern zu unterschiedlich ist, um ein sportlich hochwertiges Vor- und Endrundensystem zu realisieren.
f) Zeitplan :
Die Turniere sollen durch Doppelrunden auf 7 Tage verkürzt werden.
Vorteil :
- einheitliche Dauer aller Turniere bei der zentraler Ausrichtung,
- durch die Verringerung um zwei Tage werden Kosten in Höhe von ca. 100 DM für die Teilnehmer gespart.
Umsetzung :
Die Bedenkzeit der Meisterschaften muß so festgelegt werden, daß Doppelrunden ermöglicht werden können unter Berücksichtigung von Essens- und Ruhezeiten:
Die DEM U10 und die DEM U12 spielen mit 1,5 Std. / 40 Züge plus 30 Minuten,
die DEM U14 bis U18 mit 2 Std. / 40 Züge plus 30 Minuten für die Partie.
Folgender Rundenplan ist angedacht:
DEM U10 und U12 : 2 - 2 - 1 - 2 - 1 - 2 - 1 DEM U14 bis U16 : 2 - 1 - 2 - 1 - 1 - 1 - 1 DEM U18 w : 2 - 1 - 2 - 1 - 1 - 1 - 1 DEM U18 Vorrunden : 2 - 2 - 1 - 1 - 1Die Runden sind so verteilt, daß zum Ende der Meisterschaften, wenn verstärkt gleich gute Spieler aufeinandertreffen und es um die Vergabe der entscheidenden Plazierungen kommt, verstärkt mit Einzelrunden gespielt wird.
Bei den Vorrunden der DEM U18 können die Doppelrunden entfallen, dann entfällt aber auch eine weitere finanzielle Entlastung der Jugendlichen.
g) Finanzen :
Die Kosten für die Meisterschaften (mit Ausnahme der Endrunde der DEM U18) werden von den Teilnehmern selber getragen.
Begründung :
Bisher gilt diese Regelung für die Vorrunden U20, die offene Mädchenmeisterschaft U17 und die beiden Meisterschaften der jüngeren Jahrgänge, einzig die Altersgruppen U15 Jungen und Mädchen und die U17 Jungen mußten nur eine Eigenbeteiligung in Höhe von 150 DM zahlen. Dieses System ist ungerecht und unübersichtlich, eine Ausweitung in der Hinsicht, daß für alle Altersklassen nur eine Eigenbeteiligung anfällt, ist finanziell unrealistisch.
Vorschläge zur Veränderung der Mannschaftsmeisterschaften
Der Ausschuß sah es nicht als seine primäre Aufgabe an, die Mannschaftsmeisterschaften intensiv zu untersuchen, da ihnen leistungssportlich und im Hinblick auf internationale Qualifikationen keine Bedeutung zukommen, sie vielmehr Bedeutung erlangen im Hinblick auf die Jugendarbeit der Länder, der Vereine und in der Breitenarbeit.
Trotzdem erachtet es der Ausschuß als wichtig, die Veränderungen der Alterklassen auch bei den Mannschaftsmeisterschaften umzusetzen,
- um zum einen keinen "Alterswirrwarr" im Jugendbereich zu bekommen,
- und zum anderen den Veränderungen in der Altersstruktur in den Ländern und den Vereinen auch bei den Mannschaftsmeisterschaften Rechnung zu tragen.
Für die U20-Jugendlichen verlieren die Jugendmeisterschaften an Bedeutung, sie spielen verstärkt im Erwachsenenbereich und auf offenen Turnieren, verfügen über ein immer geringer werdendes Zeitbudget, gleichzeitig verjüngt sich die Altersstruktur in den Ländern und den Vereinen, was Auswirkungen auf die Aktivitäten vor allem in den Vereinen hat und meist bedeutet, da die Jüngeren betreuungsintensiver sind, daß verstärkt Jugendleiter und Trainer benötigt werden.
Hier sollte vielmehr der Einsatz der U20-Jugendlichen liegen, als in der Teilnahme an Jugendmeisterschaften auf den unterschiedlichsten Ebenen.
Deshalb schlägt der Ausschuß vor, folgende Veränderungen vorzunehmen bei den
DVMs :
Die DVMs U20 werden zu DVMs U18,
die DVMs U15 werden zu DVMs U14,
die DVM U13 wird zur DVM U12.Der Ausschuß beschäftigte sich auch mit den Saarländischen Anträgen zur Jugendversammlung 1997 und empfiehlt, die bisherige Regelung der Qualifikation beizubehalten. Der Ausschuß begrüßt es, wenn bei der zukünftigen DVM U18 im Süden ein der Jugendbundesliga im Norden ähnliches System aufgebaut wird.
DLMs :
Die Deutschen Ländermeisterschaften werden in einem Turnier mit jeweils einer Ländermannschaft ausgetragen, die folgende Zusammensetzung hat:
5 Jungen (1 Brett U18, 2 Bretter U16, 2 Bretter U14) und 3 Mädchen (je 1 Brett U18, U16, U14).
Ausschußvorsitzender
Für weitergehende Äußerungen, Gedanken, neue Ideen sind wir dankbar, wir bitten darum, diese seperat in einem Schreiben zu formulieren, wir werden sie dann in die Herbsttagungsplanung einbauen.Die Geschäftsstelle der Deutschen Schachjugend ist postalisch erreichbar unter :
Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin, Tel.: 030 / 897 02 076, Fax: 030 / 823 62 30.
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